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Bernd Pfützner (Moderator Bundesligafinale)

Bundesligafinale in Paderborn – ein unvergessliches Erlebnis

Hallo Hermi,

eine turbulente Saison fand in Paderborn ihren absoluten Höhepunkt. Mit sportlichen Höchstleistungen bewiesen die Finalisten, dass sich am Ende die Besten auch entsprechend ihres jeweiligen Könnens in verdienter Reihenfolge durchgesetzt haben. Schon die mögliche Titelverteidigung der Plattlinger scheiterte am letzten Wettkampftag der Hauptrunde nur denkbar knapp am Tabellenführer HSG München, die Entscheidung fiel bei allen Schützen erst in der letzten Serie. Bis dahin nämlich führten sie zeitweise 4:1 bis 5:0, und ein 3:2 Sieg hätte ihnen den Finaleinzug gebracht, was für Brigachtal, die in der Relegation den Klassenerhalt schafften, in der Folge den direkten Abstiegt bedeutet hätte. So aber gelang Petersaurach der Sprung vom zwischenzeitlich letzten auf den vierten Tabellenplatz, während Plattling den schweren Gang zurück in die Regionalliga antreten mußte.

Bereits im Viertelfinale wurde in Paderborn dann die Übermacht des Südens deutlich. Wie schon im letzten Jahr setzten sich drei bayerische Teams gegen ihre nördlichen Rivalen durch. Der großartigen Stimmung der Zuschauer war natürlich besonders die Qualifikation des Gastgebers Elsen zuträglich. Jedoch sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass die unterlegene Mannschaft von Petersaurach mit ihrem erzielten Ergebnis aus jedem der drei übrigen Viertelfinals als Sieger hervorgegangen wäre. Besonders der Einsatz der erst 16jährigen Maren Prediger ist hier hervorzuheben. Sie rechtfertigte ihr Bundesligadebut mit ausgezeichneten 393 Ringen und hätte den Niedersachsen um ein Haar einen Punkt entführt.
Ein wenig schade war, dass sowohl Hilgert als auch Münster etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben sind, obwohl ihre Resultate noch einen 390er Mannschaftsschnitt übertrafen. Hilgert war sogar nahe dran, den nicht in Bestbesetzung angetretenen Bund München zu bezwingen, während Münster mit dem Regionalligaaufsteiger Coburg klar überfordert war. Einzig Buer Bülse erlebte ein Debakel, jedoch hätten die Gelsenkirchener auch in guter Verfassung gegen den späteren Vizemeister HSG München einen schweren Stand gehabt.

Dann das Halbfinale: Im Münchner Lokalderby holten Silvia Rachl und Rebecca Frank problemlos ihre Punkte, während Thomas Farnik und Benjamin Aicher sich gegenseitig neutralisierten. Sonja Pfeilschifter und Michael Winter profitierten von den Schwächen ihrer Gegner in der jeweils letzten Serie. Während an Position 1 Mario Knögler noch ein Unentschieden erreichte, gab Silvia Aumann ihren Punkt mit einer enttäuschenden 95er Serie zum Abschluß nur um einen Ring ab. Sonst hätten über diese Vorschlussrunde möglicherweise erst zwei bis drei Stechen entschieden. So aber zog letztlich auch verdient die HSG ins Finale ein.

Die Partie zwischen Coburg und Elsen war von Beginn an und über weite Strecken hart umkämpft. Der Gastgeber wusste seine Haut teuer zu verkaufen und stellte eine neue eigene Saisonbestmarke auf. Allerdings übertrafen die Nordbayern das 2005 von Buer Bülse aufgestellte Bestergebnis für ein Bundesligafinale um einen Ring und machten den Finaleinzug am Ende doch mit deutlichem Vorsprung perfekt.
Dies jedoch entmutigte das Team um den beliebten Niederländer Dick Boschmann nicht im Geringsten. Im kleinen Finale gaben sie erneut alles und beherrschten den Bund München auf den Positionen 1, 2 und 4 vom ersten bis zum letzten Schuß. Lediglich der für den fehlenden Joachim Vogl in die Mannschaft aufgerückte Maximilian Selb überzeugte beim letztjährigen Vizemeister mit 393 Ringen und holte den Ehrenpunkt.

Für das dann folgende Finale wollte vorher niemand einen Cent verwetten, denn die Chancen standen 50:50, hatte doch die HSG in der direkten Begegnung in Coburg im Stechen die Nase vorn gehabt. Lange Zeit war dann auch die Partie ausgeglichen, denn an Position 2 und 3 erarbeiteten sich Silvia Rachl und Thomas Farnik auf Seiten der Münchner einen Vorsprung, während Claudia Huber und Sabrina Bär für Coburg ihren Gegnern davonzogen. In der Spitzenpaarung wurde auf Weltklasseniveau gekämpft, und vor der letzten Serie betrug Katerina Emmons’ Distanz zu ihrer Kontrahentin nur einen einzigen Ring. Die Vorentscheidung fiel, als die in ihren bisherigen Bundesligaauftritten stets konstant stark schießende Silvia Rachl ab der dritten Serie eine kleine Schwäche zeigte und Jürgen Wallowsky so zunächst den Ausgleich und schließlich den Sieg ermöglichte. Die Tschechin, die die Wettkampfzeit bis auf die letzte Minute ausreizte, behielt die Nerven und bezwang Sonja Pfeilschifter schließlich mit 399:397.
So gewannen die Coburger letztlich hochverdient gleich in ihrer ersten Bundesligasaison den deutschen Meistertitel, und die Freude darüber entlud sich bei ihnen in überschwänglichem Jubel, in dem sie die Glückwünsche aller Mannschaften entgegennehmen durften, denen ich mich gern anschließe.
Der Stadt Paderborn, dem Paderborner Publikum, der Elsener Mannschaft und nicht zuletzt dem ganzen SSV Hubertus Elsen möchte ich hier ein großes Kompliment machen: Ihr habt uns mit der Vorbereitung und Ausrichtung des Bundesligafinales, mit eurem Engagement und eurer Begeisterung im letzten und in diesem Jahr ein unvergessliches Erlebnis bereitet.

Vielen Dank!

Euer Bernd Pfützner
(Moderator Bundesligafinale)

P.S.: Ich habe alle Wettkämpfe sowie die Siegerehrung auf Video aufgezeichnet, insgesamt etwa 15 Stunden. Ich werde das in den Osterferien bearbeiten und auf DVD brennen. Wer Interesse hat, bitte bei Hermi melden, der leitet eure Anfragen an mich weiter.